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Pharmaziekongress 2014: Der Weg zur erfolgreichen Apotheke

Der 35. Pharmaziekongress der PharmaRundschau in Berlin war auch in diesem Jahr wieder für Apotheker, Studenten und PTA eine gute Gelegenheit, sich über die aktuellen Entwicklungen im Gesundheitsmarkt zu informieren und zahlreiche Anregungen für den eigenen Apothekenalltag mitzunehmen.

Wie schon im letzten Jahr startete auch diesmal der Kongress mit dem "Apotheken-Gründerforum". Das Konzept hat sich bewährt: Zum dritten Mal bot das Forum zahlreichen Studenten und Apothekern die Möglichkeit, sich über die Bedingungen und Risiken einer Apothekengründung zu informieren und sich untereinander auszutauschen. Moderiert wurde das Forum von Prof. Dr. Rainer H. Müller von der Freien Universität Berlin, der gleichzeitig auch als Schirmherr fungierte.

In seiner Begrüßungsrede betonte er das Ziel des Gründerforums: "Wir möchten Ihnen eine Hubschrauber-Perspektive vermitteln und eine Entscheidungsgrundlage geben: Kommt eine eigene Apotheke in Frage oder nicht: Überlegen Sie, planen Sie."

Anschließend wandte sich der Präsident des Bundesverbands der Pharmaziestudierenden in Deutschland e.V. (BPhD e.V.), David Reiner, an die Zuhörer und sprach vor allem seine Kommilitoninnen und Kommilitonen an. "Die Apothekerschaft braucht ein Leitbild", sagte er, das vergleichbar sei mit dem Mission Statement eines Unternehmens. Die Ausbildungsperspektive sei eigentlich schon ganz gut, so Reiner. Es würden Kenntnisse und Kompetenzen vermittelt. "Die Aktualität des Wissens ist aber von essenzieller Bedeutung." Und für eine Aktualisierung bot der Pharmaziekongress reichlich Gelegenheit.

Schauplatz Berlin Der 35. Pharmaziekongress: Vorträge zum Download

Themen-Rundflug im Gründerforum

Und so gab es einen "Rundflug" über die unterschiedlichsten Themen von den Grundlagen der Betriebswirtschaft mit der spannenden Frage, mit welchen Kennzahlen eine erfolgreiche Apotheke ermittelt werden kann, über die Rolle des Großhandels und nicht zuletzt auch die Frage, wie der Spaß am Erfolg gesichert werden kann.

Die Referenten kamen dabei allesamt aus der Praxis. Ob Geschäftsführer, Vorsitzender, Dozent oder Anwalt – die Zuhörer bekamen ihre Informationen aus erster Hand.

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Entscheidungshilfen im Entscheiderforum

Um Entscheidungen ging es auch in den Berliner Wirtschaftstagen, die von Elmar Esser, Journalist und Berater für Politik und Kommunikation im Gesundheitswesen, moderiert wurden. In seiner Begrüßungsrede gab er unterhaltsam einen umfassenden Überblick über 100 Tage GroKo. Und machte eines deutlich: Die Apotheker sind derzeit nicht im Fokus der Politik. Für Esser ist dies aber auch eine Chance, den Leitbildprozess und Themen wie das Medikationsmanagement voranzubringen.

Die Vortragsthemen hatten es jedenfalls in sich. Der erste Tag begann gleich mit harten Fakten zu fundamentalen Trends in einem schwierigen Markt. Denn die Zahlen zeigen, dass sich der Apothekenmarkt segmentiert. Ob dabei eine Genossenschaft mehr Sicherheit bietet oder die eigene Profilierung, dass müssen die anwesenden Apotheker anhand der Vorträge für sich entscheiden.

Der zweite Tag startete mit einem Vortrag des ABDA-Präsidenten Friedemann Schmidt, der nicht nur über neue Aufgaben für die Apothekerschaft sprach, sondern auch in bisweilen hitzigen Diskussionen Rede und Antwort stand.
Dass sich die Anforderungen an Apotheker in vielerlei Hinsicht wandeln, zeigten auch zwei Vorträge zum Thema Social Media. Dabei wurde nicht nur geklärt, dass auch Apotheker twittern - auch wenn dieser Dienst in Deutschland nur in Berlin gut funktioniert - sondern gleich noch die rechtlichen Fallstricke vermittelt.

Tipps zur erfolgreichen Apothekenführung

Wie ein roter Faden zogen sich einige Schlagworte durch fast alle Vorträge: Welche Rolle spielt der Standort einer Apotheke; welche Bedeutung haben betriebswirtschaftliche Kenntnisse, wie vermittelt der Apotheker effektiv seine pharmazeutische Kompetenz und – ganz entscheidend – wie findet jeder Apotheker den USP, also das Alleinstellungsmerkmal der eigenen Apotheke?

Leitbild als Dialog

Parallel zu den Chefseminaren fand der PTA-Kongress für die PTA statt, durch die die Fernsehjournalistin und Moderatorin Sybille Seitz führte. Die Grußworte sprach Sabine Pfeiffer van Rijswijk, Vorsitzende des BVpta e.V. und ging dabei auf die derzeitige Situation ihrer Berufsgruppe ein. "Es ist nicht gottgegeben, sondern wird immer unwahrscheinlicher, dass sich PTA für die öffentliche Apotheke entscheiden", fasste sie die abnehmende Zahl von PTA in der Offizin zusammen und warb im Rahmen der Leitbilddebatte um einen offenen Dialog zwischen Apothekern und PTA. Dies nutze am Ende allen – auch den Patienten.

Wissen vertieft

Die Themen waren ambitioniert: Neben einem Update zur Behandlung chronischer primärer Kopfschmerzen waren unter anderem der richtige Umgang mit Hilfsmittelverordnungen, der Einsatz von Phytopharmaka, Verstopfung, Abnehmen und personalisierte Medizin Schwerpunkte der Vorträge.

Aber nicht nur pharmazeutische Themen wurden behandelt. In einer zweiteiligen Diskussionsrunde ging es um die Rechte der Mitarbeiter in der Apotheke, um zum Beispiel Unklarheiten bei der Urlaubsberechnung aufzuzeigen. Ein weiterer Referent sprach über die Bedeutung der Altersvorsorge.

Andrang bei den Fachausstellern

Zwischen den Vorträgen bestand für die Kongressteilnehmer immer wieder die Möglichkeit, die Fachausstellung zu besuchen, um mit zahlreichen Herstellern, Softwarehäusern und Dienstleistern ins Gespräch zu kommen. Eine Gelegenheit, die auch der Berliner Gesundheitssenator Mario Czaja nutzte. Der Geschäftsführer der Keppler Medien Frankfurt GmbH, Reinald Korte, führte den Senator durch die Fachausstellung, wo er sich umfassend informierte und das gelungene Kongresskonzept lobte.

Glamouröser Abend

Der erste Kongresstag endete mit einem Gala-Dinner und der Preisverleihung der "Besten Apothekenpartner" und des "Kooperations-Awards", moderiert von Annett Möller, Nachrichtensprecherin bei n-tv.

Unter den Preisträgern waren einige bekannte Gesichter, doch auch viele neue Unternehmen konnten eine oder mehrere der begehrten Trophäen mit nach Hause nehmen. Zu den Preisträgern des Kooperations-Awards gehörten die Avie GmbH, A-plus, Elac Elysée Apotheken Consulting GmbH, Linda AG, Noweda e.G. Apothekergenossenschaft und Gehe Pharma Handel GmbH / gesund leben apotheken.

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Julia Knop / PharmaRundschau / apotheke-aktuell

Mittwoch, 11. Februar 2015
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